Presseberichte über den NABU Öhringen

Links zu den Berichten in der Hohenloher Zeitung

Hier finden Sie Berichte über einzelne Aktionen bzw. Mitglieder des NABU Öhringen. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Andreas Scholz und der Hohenloher Zeitung für die Berichterstattungen bedanken.

 

Jahreshauptversammlung des NABU der Ortsgruppe Öhringen

 

 

 

Am 25.03.2019 fand in Bitzfeld im Gasthaus zum Löwen die Jahreshauptversammlung des NABU der Ortsgruppe Öhringen statt.

 

Der Vorstand Karl-Heinz Müller begrüßte 18 Mitglieder und berichtete über die Aktivitäten und Veranstaltungen des letzten Jahres.                                           

Dazu gehörten das erfolgreiche Schwarzspechtmonitoring mit 35 Brutnachweisen, die Betreuung von 300 Schleiereulennistkästen, 120 Turmfalkenkästen und  ca. 100 Kästen für Wasseramseln, ebenso wie die Installation von 63 Vogelnistkästen auf dem Gelände des Golfplatzes in Friedrichsruhe, von denen im ersten Jahr bereits 59 als Brutplatz angenommen worden waren.

Als neue Brutvogelart wurde der Gänsesäger im Ohrntal beobachtet. Im Museum Würth in Gaisbach baute der NABU am „Apfeltag“ für begeistert mitarbeitende Kinder insges. 24 Wildbienenhotels. Es wurden im Jahr 2018 9 Exkursionen und Veranstaltungen durchgeführt.         

Behördlich abgestimmt wurde das Fällen von Obstbäumen  an Straßenrändern, sowie der Anschluß von zwei Altwässern an den Kocher. Vorstand, Kassier und Kassenprüfer wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet. Die Zahl aller Mitglieder ist auf 160 angestiegen, die nun seit Sommer 2018 von einer hauptamtlichen Bezirksstellenleiterin für den Bereich HN und HLK mit betreut werden.

Nach der neuen Satzung wurde für 2 Jahre ein Gruppenvorstand gewählt.

Dieser setzt sich zusammen aus: Karl-Heinz Müller, Heinz Lang, Manfred Klein, Inge Laucher und Dr.Jürgen Laucher. (auf dem Foto von li. nach re.)

Als Kassenprüfer wurden bestätigt: Frau Inge Eder und Frau Romy Möhle.

Die Mitglieder gedachten der Toten und ehrten die langjährigen Mitglieder Heinz Lang, Franz Schattmann und Marganit Sieglin von Fournier. Nach einer kurzen Pause hielt das neue Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Laucher einen Vortrag über die mögliche Pacht von intensiv genutzten Wiesen zur Umwandlung in extensiv genutzte Flächen mit Blühwiesencharakter.

Die NABU OG Öhringen trifft sich an jedem 2.Donnerstag im Monat im Gasthaus zum Löwen in Bitzfeld zum Erfahrungsaustausch. Alle Mitglieder und auch Gäste sind herzlich eingeladen.

NABU Vorstand OG Öhringen

 

 Kein Fan von Monokulturen

31.Oktober 2018 Hohenloher Zeitung

 

 

 

 

Naturschutzbund (NABU) kürt Vogel des Jahres 2019: die Feldlerche brütet auch in Hohenlohe noch auf abwechslungsreichen Ackerflächen.

 

 

 

Die Wahl ist seit Kurzem beendet. Der Naturschutzbund (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) haben sich entschieden: die Feldlerche (Alauda arvensis) ist der Vogel des Jahres 2019. Mit der Wahl der Feldlerche setzen die Naturschutzorganisationen ein klares Zeichen gegen monotone „Ackerwüsten“.

 

 

 

Als Bodenbrüter mit einem Faible für landwirtschaftliche Äcker als bevorzugten Lebensraum ist die Feldlerche wie auch der Kiebitz und das Rebhuhn auf eine artenreiche und pestizidfreie Agrarlandschaft angewiesen. NABU-Vogelexperten beobachten die bundesweite Entwicklung kritisch, dass eine intensive Landwirtschaft der Feldlerche oft zusetzt: es fehlen Nistplätze und auch das Nahrungsangebot ist eher karg. Der Lerchenvogel, der ungefähr so groß wie ein Haussperling wird, ernährt sich sowohl von Pflanzenteilen, Sämereien als auch von Insekten. Vor allem während der Brutzeit ab April versorgt die Feldlerche ihren Nachwuchs mit Spinnen, Schnecken und Regenwürmern.

 

 

 

Die Feldlerche ist dank dem rötlich-braunen Gefieder im Stoppelfeld meist gut getarnt. Auffälliger ist da hingegen der tirilierende Gesang. Die unverwechselbare Stimme der Feldlerche begleitet auch Martin Müller vom Weidenhof in Öhringen-Untermaßholderbach seit vielen Jahren. Auf seinen Äckern kommt der Vogel des Jahres 2019 noch vor.

 

 

 

Die Lebensweise des Lerchenvogels fasziniert den Landwirt. „Die Feldlerche ist ein scheuer Vogel, wie eben alle Wildtiere. Sie kann sich aber auch anpassen und sucht sich jedes Jahr die Kulturen aus, die für sie am besten als Brutstätten geeignet sind“, so seine Jahre langen Beobachtungen. Durch die angewendete, ökologisch auch wichtige Fruchtfolge,sei die Feldlerche gezwungen, ihr Brutrevier auch jährlich zu verändern.

 

 

 

Wenn Martin Müller im Frühling und im Sommer für Kontroll- und Pflegemaßnahmen zu Fuß durch die Bestände läuft, wird die singende Feldlerche über ihm zum ständigen Begleiter. „Bei Pflegearbeiten auf dem Feld ist sie sehr schreckhaft, Sie fliegt schon viele Meter vorher auf, bevor der Brutbereich erreicht wird“, erklärt Martin Müller. An seine sporadische Anwesenheit und vorbeifahrende Maschinen hätte sich die Feldlerche aber im Laufe der Zeit gewohnt. „Leider wird oftmals der Gesang durch den ständig zunehmenden Verkehrslärm überstimmt“, bedauert der Landwirt.

 

 

 

Martin Müller geht nicht davon aus, dass sich die Lerchenpopulation auf seinen Feldern nicht wesentlich geändert hat. „Was sich aber dramatisch geändert hat, ist der Lebensraum der Feldlerche. Der Lebensraum für Feldlerchen und andere Tiere oder Pflanzen wird stetig durch Wohngebiete, Gewerbe und Straßenbau dezimiert“.

 

 

 

Für den Landwirt bildet die Feldlerche einen festen Bestandteil der ihn umgebenden Natur. „Ich nehme Rücksicht auf die Feldlerche, in dem ich beispielsweise aktiv Lerchenfenster in den Zuckerrübenfeldern und den Getreidearten anlege. Zur Zeit sind das über 60 Lerchenfenster auf meinen Feldern“.

 

 

 

Lerchenfenster seien brach liegende Stellen von jeweils rund 20 Quadratmetern im Feld und potenzielle Brutplätze für die Feldlerche. „Die liegen weit ab von gefährlichen Wegen oder Fahrspuren, die nicht nur durch das Befahren eine Gefahr darstellen, sondern die auch von natürlichen Feinden wie dem Fuchs genutzt werden“, so Martin Müller. Der Landwirt hat in den Lerchenfenstern schon spannende Naturbeobachtungen gemacht. „Auf diesen Flächen tummeln sich weitere Vogelarten, die bei trockenem Wetter auch schon mal Staubbäder anlegen. Auch Feldhasen habe ich dort schon oft sitzen sehen“.

 

 

 

Text: Andreas Scholz

 



 

 

 

Zusatzinformationen

 

 

 

Die Wahl der Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019 beschäftigt auch die Vogelexperten beim NABU Öhringen. Karl-Heinz Müller hält Lerchenfenster im Acker zwar für eine gute Idee, aber insgesamt nur für einen „Tropfen auf dem heißen Stein“. „Die Äcker werden immer größer und die Nutzung wird immer intensiver. Daran sind aber nicht die Landwirte schuld, sondern unsere Gesellschaft, weil Nahrung muss billig sein und dies wird zumeist mit riesigen Flächen und mit viel Chemie erreicht“. In seinen Augen fehlt die bäuerliche Landwirtschaft mit nur wenig bis gar keiner Chemie, damit auch Insekten, Wildkräuter und Vögel einen Lebensraum haben. „Der Nabu selbst hat hier nur wenig Möglichkeiten, dann müsste man schon große Flächen erwerben und diese extensiv mit verschiedenen Feldfrüchten nutzen lassen“. Karl-Heinz Müller sieht daher vor allem die Politik in der Pflicht, hier entsprechend entgegenzusteuern. „Für große industrielle Nutzung sollte es keinen EU-Zuschuss mehr geben, dafür umso mehr für die bäuerliche Landwirtschaft mehr“. Auch für Jürgen Laucher sind Lerchenfenster in einer ausgeräumten Natur kein gangbarer Weg beim Artenschutz. „Wir brauchen den Bedürfnissen der Feldlerche angepasste und extensiv genutzte Agrarflächen oder geschützte Einzelbiotope von über einem Hektar Größe.

 

 

 

 

 

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16.08.2018 Hohenloher Zeitung Herberge für Schwalben
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Herberge für Schwalben

 

16.August 2018

 

NABU Öhringen verteilt in diesem Jahr wieder Plaketten an schwalbenfreundliche Hausbesitzer. Auch Jürgen und Birgit Wolf in Bitzfeld dürfen sich jetzt über eine Auszeichnung freuen.

 

 

Die Familie Wolf in Bretzfeld-Bitzfeld ist für Gastfreundlichkeit bekannt. Jürgen Wolf leitet das Landhaus, während seine Schwester Birgit den direkt gegenüberliegenden Gasthof Löwen führt. Doch nicht nur hungrige Wanderer, sondern auch tierische Gäste heißen Birgit und Jürgen Wolf willkommen. Seit Jahren nisten an der Außenfassade des Löwen schon Mehlschwalben in künstlichen Nestern. Inzwischen finden sich dort insgesamt 16 Schwalbennester. Einen offenen Spalt im Fachwerkgebäude gegenüber nutzen Rauchschwalben, um an den Wänden im Innenbereich ihre Brut in künstlichen oder selbstgebauten Nestern großzuziehen.

 

 

Das Engagement für die geschützten Mehl- und Rauchschwalben der Familie Wolf ist auch den Mitgliedern vom NABU Öhringen nicht verborgen geblieben, die sich gelegentlich im Löwen treffen. Am Donnerstag Abend überreicht Karl-Heinz Müller die Plakette mit der Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus“ an Birgit Wolf. „Wir freuen uns über die Schwalbenplakette, aber mein Bruder Jürgen ist der eigentliche Held“, sagt sie und lacht dabei.

 

 

 

Ihr Bruder Jürgen hat die Kunstnester für Mehl- und Rauchschwalben schon vor einigen Jahren an und in den Gebäuden angebracht. „In diesem Jahr sind die Mehlschwalbennester wieder gut besetzt, aber bei den Rauchschwalben sieht es leider nicht so gut aus“, erklärt Jürgen Wolf. Mit dem Mauersegler ist ein weiterer „Segler der Lüfte“ bei den Wolfs als regelmäßiger Brutvogel bekannt. „Der Mauersegler ähnelt zwar den Schwalben, ist aber nicht näher mit ihnen verwandt“, wirft Karl-Heinz Müller ein. „Aber wir vergeben die Schwalbenplakette auch an Hausbesitzer, die den Mauersegler brüten lassen, ergänzt er.

 

 

Es sei heute leider nicht mehr selbstverständlich, dass Hausbesitzer sich für Schwalben und Mauersegler einsetzen würden. „Umso schöner ist es, wenn wir rund um Öhringen doch noch einige Mehlschwalbennester unter Dachvorsprüngen oder Rauchschwalben im Stall entdecken“, so Karl-Heinz Müller.

 

 

Neben den Wolfs in Bitzfeld verteilten Karl-Heinz Müller und seine NABU-Kollegen zuletzt auch eine schwalbenfreundliche Plakette an die Familie Möhle in Bretzfeld-Scheppach und an die Familie Stepper in Waldenburg-Obersteinbach. „Demnächst bringen wir im Bahnhof in Waldenburg eine Plakette vorbei, da haben wir auch einige Mehlschwalbennester gezählt“, betont Karl-Heinz Müller. „Schwalben dürfen nicht aus unserer Landschaft verschwinden, da sie im Sommer viele Mücken im Flug erbeuten und deshalb auch äußerst nützlich sind“, ergänzt sein Vereinskollege Jürgen Laucher.

 

 

 

Zugvögel

 

Generell stellen Karl-Heinz-Müller, Jürgen Laucher und Gunter Unger vom NABU Öhringen bei Schwalben und Mauerseglern einen kontinuierlichen Bestandsrückgang fest. „Das hat viele Gründe“, meint Karl-Heinz Müller. Neben dem schwindenden Nahrungsangebot in einer monotonen Agrarlandschaft und fehlenden Brutmöglichkeiten gebe es eben naturgemäß auch immer wieder saisonale Schwankungen. „Wir wissen nie, was den Schwalben in ihren Winterquartieren in Nordafrika passiert. Auch kann niemand eine Prognose abgeben, wie viele Schwalben jedes Frühjahr den langen Rückflug aus dem Süden hierher zu uns packen“, sagt Karl-Heinz Müller.

 

 

 

Zaungast

 

Während Rauch- und Mehlschwalbe als regelmäßige Brutvögel im Hohenlohekreis registriert sind, ist die Beobachtung einer Uferschwalbe zur Rarität geworden, wie Gunter Unger bestätigt. „Die Uferschwalben sind hier im Frühjahr manchmal auf der Durchreise zu geeigneteren Brutquartieren, aber ich habe schon seit mehreren Jahren kaum noch welche gesehen“, erläutert der Vogelschützer. „Uferschwalben graben Löcher in Kiesgruben oder lehmige Steinbruchwände, um dort in Brutröhren ihren Nachwuchs aufzuziehen“. Solche Lebensräume gäbe es in Hohenlohe aber nicht. „Wir müssen also froh sein, wenn zumindest die Rauchschwalben und Mehlschwalben weiterhin bei uns fliegen“.

 

 

 

Text: Andreas Scholz

 

 

 

 

 

 

 

Zusatzinformationen:

 

 

 

Nachmacher-Effekt

 

Von der bundesweiten NAbu-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ versprechen sich die NABU Ortsverbände einen Nachmacher-Effekt. Der NAUB Öhringen wünscht sich, dass sich noch mehr Hausbesitzer aus dem Hohenlohekreis melden, die Schwalben und Mauerseglern an ihren Häusern nisten lassen oder künstliche Nisthilfen bereitstellen. Mehr Informationen zur Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ gibt es im Internet unter https://baden-wuerttemberg.nabu.de. Allgemeine Auskünfte zum Thema „Schwalbenschutz“ in Baden-Württemberg erteilt auch der Experte Rudi Apel (Telefon: 07754-7139; E-Mail: NABU.Goerwihl@t-online.de).

 

05.05.2018 Bericht über Exkursion am Golfplatz